BKH Lilac: die seltene Verdünnungsfarbe der Britisch Kurzhaar
- ruhig
- gelassen
- unaufdringlich
- eigenständig
BKH Lilac ist keine eigene Rasse, sondern eine Farbvariante der Britisch Kurzhaar. Charakter, Körperbau und Pflegeaufwand entsprechen vollständig dem Rasseportrait - der einzige Unterschied ist die Fellfarbe, und die hat es genetisch in sich.
Wie entsteht die Farbe Lilac?
Lilac ist die verdünnte Form von Chocolate. Damit eine BKH überhaupt lilac wird, müssen zwei unabhängige rezessive Gene zusammenkommen:
- Das Chocolate-Gen (b) sorgt für eine warme, kastanienbraune Grundfarbe statt des üblichen Schwarz.
- Das Dilution-Gen (d) verdünnt dieses Chocolate zu einem kühlen, blassen Graubeige mit deutlichem rosa oder lavendelfarbenem Schimmer.
Nur wenn eine Katze auf beiden Kopien beider Gene die rezessive Variante trägt, zeigt sich Lilac. Das erklärt, warum die Farbe so selten ist: Selbst wenn beide Elterntiere äußerlich eine andere Farbe zeigen, können sie das Chocolate- und das Dilution-Gen versteckt (als Träger) weitergeben und trotzdem gelegentlich lilacfarbene Welpen bekommen. Gezielt lilacfarbene Würfe zu züchten setzt voraus, dass beide Elterntiere selbst Chocolate, Lilac oder nachweisliche Träger sind - ein seriöser Züchter kann das anhand des Stammbaums und gegebenenfalls eines Gentests belegen.
Zur Einordnung: Die bekanntere Blue-BKH entsteht durch dasselbe Dilution-Gen, allerdings auf Basis von Schwarz statt Chocolate. Blue und Lilac sind also genetisch verwandt, aber nicht dieselbe Farbe.
Woran erkennt man eine echte BKH Lilac?
- Fellfarbe: ein gleichmäßiges, kühles Graubeige mit deutlich sichtbarem rosa oder mauvefarbenem Unterton - bei gutem Licht wirkt das Fell fast lavendelfarben.
- Nasenleder: blasses Rosalila, ohne dunkle Umrandung.
- Ballen: ebenfalls rosalila.
- Augenfarbe: meist kupfer- bis orangefarben, gelegentlich bernsteinfarben - kräftiges Blau oder Grün ist bei dieser Farbe untypisch.
Wichtig für die Einordnung: Ein einzelnes helles Merkmal reicht nicht als Beweis. Erst das Zusammenspiel aus Fellton, Nasenleder und Ballenfarbe macht eine seriöse Zuordnung möglich - im Zweifel hilft nur ein Blick auf den Stammbaum oder ein Farbgentest.
Preis-Einordnung: Warum kostet Lilac oft mehr?
Chocolate und Lilac gehören bei der Britisch Kurzhaar zu den seltensten Farbschlägen, weil sie zwei rezessive Gene gleichzeitig voraussetzen. Entsprechend wenige Zuchtlinien führen die passenden Träger, und entsprechend gefragt sind die wenigen Würfe, die tatsächlich lilacfarben ausfallen. Das treibt den Preis nach oben - unabhängig von Gesundheit oder Zuchtqualität, allein durch Angebot und Nachfrage nach der Farbe.
Das ist der entscheidende Punkt beim Kauf: Die Fellfarbe allein sagt nichts über die Gesundheit einer Katze aus. Ein hoher Preis wegen Seltenheit rechtfertigt keinen Verzicht auf die üblichen Sorgfaltskriterien - HCM-Ultraschall und PKD-Test der Elterntiere, Sozialisierung der Kitten im Haushalt, transparente Papiere. Wer nur wegen der Farbe kauft und dabei diese Kriterien übergeht, unterstützt im Zweifel unseriöse Zucht. Umgekehrt gilt: Ein normaler, nicht überzogener Aufschlag gegenüber häufigeren Farben wie Blue oder Schwarz ist bei seriösen Züchtern nachvollziehbar und kein Warnsignal für sich genommen.
Charakter, Haltung und Gesundheit
Da es sich um dieselbe Rasse handelt, gelten alle Punkte aus dem Britisch-Kurzhaar-Portrait unverändert: ruhiges, gelassenes Wesen, Neigung zu Bewegungsarmut und Übergewicht sowie die beiden rassetypischen Erbkrankheiten HCM und PKD. Wie stark die Katze zunimmt, lässt sich am besten mit regelmäßiger Gewichtskontrolle und aktiver Beschäftigung steuern, siehe Katze ist zu dick.
Auch bei der Fellpflege ändert sich nichts: Das dichte Kurzhaarfell verfilzt kaum, wöchentliches Bürsten genügt, im Fellwechsel häufiger.
Verwandte Farbvariante: BKH Creme
Wer sich für seltene BKH-Farben interessiert, findet mit der BKH Creme eine weitere Variante, die genetisch ganz anders funktioniert: Statt über Chocolate und Dilution entsteht Creme über das geschlechtsgebundene Rot-Gen. Ein Vergleich lohnt sich, um die verschiedenen Vererbungswege der BKH-Farben besser einzuordnen.