Katzenrassen

Abessinier

Eine der aktivsten Katzenrassen überhaupt. Nichts für ruhige Haushalte - und nichts für Menschen, die selten zu Hause sind.

  • sehr aktiv
  • neugierig
  • intelligent
  • gesellig

Der Name verweist auf Abessinien, das heutige Äthiopien, doch die tatsächliche Herkunft der Rasse ist ungeklärt. Genetische Untersuchungen deuten eher auf einen Ursprung an der Küste des Indischen Ozeans oder in Südostasien hin. Der Zuchtaufbau erfolgte ab dem späten 19. Jahrhundert in England.

Das Markenzeichen ist das Ticking: Jedes einzelne Haar trägt mehrere Farbbänder, hell und dunkel abwechselnd. Das erzeugt ein warm schimmerndes, fast wildfarbenes Erscheinungsbild ohne Streifen oder Flecken - ähnlich dem Fell eines Wildkaninchens.

Charakter

Die Abessinier ist eine der aktivsten Hauskatzenrassen. Sie ist ständig in Bewegung, erkundet alles, klettert überall hinauf und beteiligt sich an jeder Tätigkeit im Haushalt. Sie ist außerordentlich neugierig und lernt schnell.

Anders als die Siam ist sie dabei leise - Abessinier miauen wenig und haben eine sanfte Stimme. Ihre Präsenz zeigt sich über Aktivität, nicht über Lautstärke.

Sie ist gesellig und braucht Anschluss. Eine einzelne Abessinier in einem Haushalt, in dem tagsüber niemand ist, entwickelt mit hoher Wahrscheinlichkeit Verhaltensprobleme. Haltung zu zweit ist bei dieser Rasse dringend zu empfehlen.

Haltung

Diese Rasse fordert Beschäftigung ein. Was funktioniert:

  • Kletterlandschaften über mehrere Ebenen
  • Clickertraining - Abessinier lernen sehr schnell
  • Futtersuchspiele und Intelligenzspielzeug
  • Wechselndes Spielzeug in Rotation
  • Ein zweites, ebenso aktives Tier

Was nicht funktioniert: eine ruhige Wohnung, wenig Interaktion und die Erwartung, dass die Katze sich selbst beschäftigt. Ideen unter Wohnungskatze beschäftigen.

Gesicherter Freigang oder ein gut gesicherter Balkon passt zu dieser Rasse ausgesprochen gut.

Pflege

Sehr unkompliziert. Das kurze, eng anliegende Fell braucht nur gelegentliches Bürsten mit einem Gummistriegel.

Gesundheit

Drei relevante Erbkrankheiten, für alle drei gibt es Gentests:

  • PK-Defizienz (Pyruvatkinase-Mangel). Enzymmangel in den roten Blutkörperchen, führt zu schubweiser Blutarmut mit Schwäche und blassen Schleimhäuten. Bei der Abessinier vergleichsweise häufig. Gentest verfügbar und in seriösen Zuchten Standard.
  • PRA (progressive Retinaatrophie), Typ rdAc. Fortschreitender Netzhautabbau, führt zur Erblindung, meist ab dem mittleren Lebensalter. Gentest verfügbar.
  • Renale Amyloidose. Ablagerungen in den Nieren, können zu chronischer Niereninsuffizienz führen. Kein Gentest, Zuchtauswahl über Stammbaumanalyse und Verlaufskontrolle.

Beim Kauf sollten Nachweise für PK- und PRA-Test der Elterntiere vorliegen.

Die eng verwandte Somali ist die halblanghaarige Variante der Abessinier mit identischem Charakter.