Katzenrassen

Britisch Kurzhaar

Die ruhigste unter den beliebten Rassen: gelassen, unaufdringlich und mit einem Plüschfell, das kaum verfilzt.

  • ruhig
  • gelassen
  • unaufdringlich
  • eigenständig

Die Britisch Kurzhaar geht auf die einheimischen Hauskatzen Großbritanniens zurück, die im späten 19. Jahrhundert erstmals gezielt gezüchtet wurden. Nach starken Bestandsverlusten in den Weltkriegen wurde die Rasse unter anderem mit Persern aufgebaut - daher der kompakte Körperbau, der runde Kopf und das besonders dichte Fell.

Am bekanntesten ist die blaugraue Variante, die früher als eigene Rasse “Kartäuser” geführt wurde. Tatsächlich ist die echte Chartreux eine eigenständige französische Rasse.

Charakter

Die Britisch Kurzhaar ist die ausgeglichenste unter den populären Rassen. Sie ist ruhig, wenig fordernd und selten laut. Sie sucht Nähe, aber meist neben statt auf dem Menschen - viele Britisch Kurzhaar mögen es nicht besonders, hochgehoben und getragen zu werden.

Das macht sie zu einer guten Wahl für ruhige Haushalte, Berufstätige und Ersthalter. Umgekehrt ist sie keine Rasse für Menschen, die eine dauerhaft anhängliche, verschmuste Katze suchen.

Ihre Gelassenheit hat eine Kehrseite: Britisch Kurzhaar neigen zu Bewegungsarmut und damit zu Übergewicht. Das ist bei dieser Rasse der wichtigste Gesundheitsfaktor überhaupt - siehe Katze ist zu dick.

Haltung

Reine Wohnungshaltung ist unproblematisch, sofern die Katze aktiv beschäftigt wird. Da sie sich von selbst wenig bewegt, sind feste Spielzeiten und Futtersuchspiele wichtiger als bei aktiveren Rassen.

Sie kommt gut mit Artgenossen zurecht und lässt sich in der Regel unkompliziert vergesellschaften.

Pflege

Das kurze, sehr dichte Fell mit ausgeprägter Unterwolle verfilzt praktisch nie. Einmal wöchentliches Bürsten genügt, im Fellwechsel häufiger - dann verliert die Rasse allerdings erhebliche Mengen Haar.

Gesundheit

Grundsätzlich robust, mit zwei relevanten Erbkrankheiten:

  • HCM (hypertrophe Kardiomyopathie). Bei der Britisch Kurzhaar gehäuft. Ein rassespezifischer Gentest existiert nicht, daher sind regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen der Zuchttiere der einzige verlässliche Weg.
  • PKD (polyzystische Nierenerkrankung). Durch die Perser-Einkreuzung in den Bestand gelangt. Ein Gentest ist verfügbar; seriöse Zuchten testen konsequent.

Beim Kauf gilt: Nachweise über HCM-Ultraschall und PKD-Test der Elterntiere erfragen. Die Lebenserwartung liegt bei guter Haltung im oberen Bereich, oft über 15 Jahre.

Eine Anmerkung zur Zucht

Bei einigen Linien wird auf einen immer runderen Kopf und kürzere Nase selektiert. Das kann zu Problemen mit Tränenkanälen und Atmung führen. Ein moderater Kopftyp mit klar erkennbarer Nase ist gesundheitlich die bessere Wahl.

Ebenfalls zu beachten: Die Faltohr-Variante Scottish Fold basiert auf einer Knorpelmutation, die neben den Ohren auch die Gelenke betrifft und zu schmerzhafter Osteochondrodysplasie führt. Die Zucht ist in Deutschland als Qualzucht einzuordnen.