Die Chartreux ist eine alte französische Rasse, deren Ursprung sich nicht sicher klären lässt. Die verbreitete Erzählung, Kartäusermönche hätten sie gezüchtet, gilt als nicht belegt. Nachweisbar ist die Rasse in Frankreich seit dem 18. Jahrhundert; die systematische Zucht begann in den 1920er Jahren.
Die Verwechslung mit der Britisch Kurzhaar
Im deutschen Sprachraum wird “Kartäuser” häufig für die blaue Britisch Kurzhaar verwendet. Das ist historisch gewachsen, aber falsch: Es handelt sich um zwei eigenständige Rassen.
Unterschiede:
| Merkmal | Chartreux | Britisch Kurzhaar |
|---|---|---|
| Körperbau | schlanker, längere Beine | gedrungen, kurze Beine |
| Kopf | trapezförmig, schmale Schnauze | rund, breite Wangen |
| Ausdruck | wirkt “lächelnd” | rundlich, neutral |
| Farben | ausschließlich blau | viele Farben |
| Augen | kupfer bis orange | kupfer bis orange |
Die Chartreux gibt es nur in Blau, immer mit blaugrauem Fell und orangefarbenen Augen. Ihr charakteristischer Gesichtsausdruck entsteht durch die schmale Schnauze und die Form der Kiefermuskulatur.
Charakter
Die Chartreux ist bemerkenswert leise. Viele Tiere miauen kaum und kommunizieren stattdessen über Gurren und Körpersprache. Sie ist ruhig, ausgeglichen und anhänglich, ohne aufdringlich zu sein.
Sie bindet sich meist eng an eine Bezugsperson und begleitet diese durch den Alltag. Gegenüber Fremden ist sie zunächst zurückhaltend, aber nicht ängstlich.
Trotz ihrer Ruhe hat sie einen ausgeprägten Jagdinstinkt und ist eine sehr effektive Mäusejägerin - historisch war das ihr Zweck. In der Wohnung zeigt sich das an Interesse an Jagdspielen mit Reizangel.
Haltung
Unkompliziert. Sie kommt mit Wohnungshaltung gut zurecht, sofern sie ausreichend beschäftigt wird, und lässt sich in der Regel gut mit anderen Katzen vergesellschaften.
Wie bei allen ruhigeren Rassen gilt: Bewegungsarmut führt zu Übergewicht. Feste Spielzeiten sind wichtiger als bei aktiven Rassen.
Pflege
Das kurze, dichte Fell mit wolliger Unterwolle ist wenig aufwendig. Einmal wöchentliches Bürsten genügt, im Fellwechsel häufiger. Wichtig: Wegen der dichten Unterwolle sollte gekämmt und nicht nur oberflächlich gebürstet werden, sonst filzt es an den Achseln.
Gesundheit
Die Chartreux gilt als robuste Rasse mit vergleichsweise wenigen spezifischen Erbkrankheiten.
- Patellaluxation. Verrutschen der Kniescheibe, in einigen Linien beschrieben.
- Struvitsteine. Neigung zur Bildung von Harnsteinen wird berichtet - ein Grund, den Nassfutteranteil hoch zu halten, siehe Nassfutter oder Trockenfutter.
- HCM. Wie bei den meisten Rassen möglich, Herzultraschall der Zuchttiere ist Standard.
Der Genpool ist klein, weil die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg fast verschwunden war und aus wenigen Tieren wiederaufgebaut wurde. Auf den Inzuchtkoeffizienten der Verpaarung zu achten, ist deshalb sinnvoll.