Katzenrassen

Siamkatze

Laut, anhänglich und außerordentlich mitteilsam. Die Siam ist keine Katze, die man nebenbei hält.

  • extrovertiert
  • sehr gesprächig
  • anhänglich
  • intelligent

Die Siamkatze stammt aus dem historischen Siam, dem heutigen Thailand, wo sie über Jahrhunderte an Tempeln und Höfen gehalten wurde. Ende des 19. Jahrhunderts kam sie nach England und wurde eine der ersten Rassekatzen überhaupt.

Ihr Markenzeichen ist die Point-Zeichnung: heller Körper, dunkle Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz. Verantwortlich ist eine temperaturabhängige Variante des Albino-Gens - das Pigment bildet sich nur an den kühleren Körperstellen. Siamkitten kommen deshalb fast weiß zur Welt und dunkeln erst nach.

Aus demselben Grund gilt: Eine Siam, die dauerhaft in einer kühlen Umgebung lebt, wird insgesamt dunkler.

Charakter

Die Siam ist das Gegenteil einer pflegeleichten Nebenbei-Katze. Sie ist extrem menschenbezogen, fordert aktiv Aufmerksamkeit und kommentiert ihren Tag lautstark. Ihre Stimme ist tief, durchdringend und wird von manchen als angenehm, von anderen als anstrengend empfunden - hier lohnt es sich, vor der Anschaffung eine erwachsene Siam persönlich erlebt zu haben.

Sie ist ausgesprochen intelligent, lernt schnell, öffnet Türen und Schubladen und langweilt sich ohne Beschäftigung. Gelangweilte Siamkatzen entwickeln überdurchschnittlich häufig Verhaltensauffälligkeiten.

Siamkatzen bauen eine sehr enge Bindung an ihre Bezugspersonen auf und reagieren empfindlich auf längeres Alleinsein. Für Berufstätige ist die Haltung zu zweit nahezu Pflicht - siehe Katze alleine lassen.

Haltung

Viel Beschäftigung, viel Interaktion, viel vertikaler Raum. Clickertraining, Intelligenzspielzeug und Futtersuchspiele funktionieren bei dieser Rasse besonders gut. Ideen unter Wohnungskatze beschäftigen.

Ein zweites Tier mit ähnlichem Aktivitätsniveau ist meist die bessere Lösung als ein einzelnes Tier mit viel Spielzeug.

Pflege

Kurzes Fell ohne nennenswerte Unterwolle. Gelegentliches Bürsten mit einem Gummistriegel genügt.

Gesundheit

  • Progressive Retinaatrophie (PRA). Fortschreitender Netzhautabbau, führt zur Erblindung. Gentest verfügbar.
  • Amyloidose. Ablagerung von Amyloid, bei der Siam vor allem in der Leber. Kann zu Leberversagen führen. Kein Gentest verfügbar, Zuchtauswahl erfolgt über Stammbaumanalyse.
  • Asthma und chronische Atemwegserkrankungen treten bei orientalischen Rassen gehäuft auf. Staubarme Katzenstreu ist hier keine Kleinigkeit, sondern relevant.
  • Schielen und Schwanzknicke waren früher rassetypisch und wurden weitgehend herausgezüchtet. Beides gilt heute als Fehler.

Ein Wort zum Typ

In den vergangenen Jahrzehnten wurde bei der Siam auf einen immer extremeren Keilkopf und einen immer schlankeren Körper selektiert. Sehr extreme Vertreter dieses Typs zeigen häufiger Probleme mit Zähnen und Atmung.

Die ursprüngliche, kräftigere Form wird unter dem Namen Thai oder Traditionelle Siam separat gezüchtet und ist gesundheitlich meist die unproblematischere Wahl.