Giftpflanzen

Schefflera giftig für Katzen: was die Strahlenaralie im Katzenmaul anrichtet

Die Schefflera zählt zu den robustesten Büropflanzen überhaupt - für Katzen ist sie trotzdem keine gute Wahl in Reichweite.

Redaktion Katzen-Online Veröffentlicht am Wie wir arbeiten

Schefflera
Foto: Mike Dickison (CC BY 4.0) · Bildnachweis

Kein Ersatz für die Tierarztpraxis. Dieser Text ist redaktionell recherchiert und ersetzt keine Untersuchung. Bei akuten Symptomen - Atemnot, wiederholtes Erbrechen, vergebliches Pressen auf der Toilette, Apathie - gehört die Katze umgehend in tierärztliche Behandlung.

Die Schefflera, auch Strahlenaralie genannt, ist wegen ihrer Genügsamkeit eine der beliebtesten Grünpflanzen für Büros und Wohnräume. Für Katzen ist sie giftig: Wie viele Zierpflanzen mit fingerartig angeordneten Blättern enthält sie unlösliche Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Stängeln. Diese nadelförmigen Kristalle bohren sich beim Anbeißen sofort in die Schleimhäute von Maul und Rachen. Die Vergiftung verläuft in aller Regel mild bis moderat - schmerzhaft, aber selten lebensbedrohlich. Eine ernste Situation entsteht vor allem dann, wenn Zunge oder Rachen sichtbar anschwellen, da das theoretisch die Atmung beeinträchtigen kann. Das ist bei der Schefflera aber die Ausnahme, nicht die Regel.

Botanisch gehört die Schefflera zur Familie der Araliengewächse (Araliaceae) und ist damit nicht direkt mit den Aronstabgewächsen wie Monstera oder Efeutute verwandt - beide Pflanzenfamilien haben aber unabhängig voneinander denselben Abwehrmechanismus über Calciumoxalat entwickelt. Für die Katze macht der botanische Unterschied keinen Unterschied: Der Kontakt mit den mikroskopisch feinen Kristallen fühlt sich in allen Fällen ähnlich unangenehm an und führt zu vergleichbaren Symptomen.

Welche Symptome zeigt eine Katze nach dem Kontakt?

Weil die Kristalle mechanisch wirken, setzt die Reaktion fast augenblicklich ein, in der Regel innerhalb weniger Sekunden bis Minuten nach dem Biss:

  • Sofortiges Pfotenwischen am Maul
  • Starkes, teils schaumiges Speicheln
  • Kopfschütteln
  • Schluckbeschwerden
  • Erbrechen, meist kurz nach dem Biss
  • Kurzzeitige Appetitlosigkeit
  • In ausgeprägteren Fällen: sichtbare Rötung oder leichte Schwellung im Maulbereich

Da der Schmerz sofort einsetzt, bleibt es bei den meisten Katzen bei einem einzelnen Biss - der Reiz sorgt selbst dafür, dass sie nicht weiterfressen.

Was tun im Verdachtsfall?

  1. Ruhe bewahren. Eine aufgeregte Verfolgungsjagd durch die Wohnung erschwert nur die weitere Beobachtung und stresst die Katze zusätzlich.
  2. Restliche Pflanzenteile entfernen, damit kein erneuter Kontakt entsteht.
  3. Maul nicht gewaltsam öffnen oder ausspülen. Die Katze wehrt sich dabei meist stark, was das Verletzungsrisiko erhöht, ohne die Kristalle wirklich zu entfernen.
  4. Wasser oder etwas Nassfutter anbieten, um beim Abschlucken zu helfen und den Reiz zu lindern.
  5. Beobachten, ob Speicheln und Unwohlsein innerhalb der ersten Stunde nachlassen.
  6. Bei anhaltendem Speicheln, wiederholtem Erbrechen, Atemgeräuschen oder deutlicher Schwellung sofort die Tierarztpraxis kontaktieren. Die wichtigsten Sofortschritte stehen unter Erste Hilfe bei Katzen-Notfall.

Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Anruf beim Giftnotruf oder in der Tierarztpraxis, auch wenn die Symptome zunächst mild wirken. Besonders bei Kätzchen oder Katzen mit Vorerkrankungen der Atemwege sollte eine sichtbare Schwellung im Maulbereich nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da schon eine geringfügige Verengung der Atemwege bei kleinen Tieren spürbarer ausfällt als bei ausgewachsenen, kräftigen Katzen.

Wie halte ich die Katze von der Schefflera fern?

Die Schefflera wird oft als größere Kübelpflanze gehalten, die für kletterfreudige Katzen einen attraktiven Ausblickspunkt bietet. Gerade weil sie häufig recht groß wird und einen stabilen, kletterbaren Stamm hat, unterschätzen viele Halterinnen und Halter, wie leicht Katzen an die oberen Blätter gelangen - ein Sprung vom Sofa oder Regal genügt oft schon:

  • Standort außerhalb der Reichweite wählen, etwa in einem Raum, den die Katze nicht betritt, oder auf einem hohen, für sie unerreichbaren Podest.
  • Katzengras bereitstellen, um den natürlichen Kauinstinkt auf eine ungefährliche Pflanze zu lenken.
  • Bitterspray aus dem Zoofachhandel regelmäßig auf die Blätter auftragen.
  • Unangenehme Oberflächen wie doppelseitiges Klebeband rund um den Topf platzieren, um das Herumstreifen an der Pflanze zu erschweren.
  • Ablenkung und Beschäftigung anbieten, da viele Katzen aus Langeweile an großen Blättern knabbern.
  • Herabgefallene Blätter regelmäßig aufsammeln. Sie liegen für die Katze bequemer erreichbar am Boden als an der Pflanze selbst und werden deshalb überdurchschnittlich oft angeknabbert.
  • Beim Umtopfen oder Beschneiden abgeschnittene Zweige sofort entsorgen, statt sie kurzzeitig unbeobachtet liegen zu lassen.

Eine Übersicht weiterer giftiger Zimmerpflanzen bietet die Themenseite Giftpflanzen für Katzen. Eine ähnliche, wenn auch andersartige Reizwirkung zeigt die Yucca-Palme, die ebenfalls häufig als robuste Büropflanze gehalten wird.

Ungiftige Alternativen zur Schefflera

Wer eine ähnlich pflegeleichte, aber unbedenkliche Grünpflanze sucht:

  • Areca-Palme (Dypsis lutescens) - ähnlich üppiger Wuchs, für Katzen ungefährlich
  • Bogenhanf in unbedenklichen Sorten - vor dem Kauf die genaue Art prüfen, da einzelne Sorten milde Reizungen auslösen können
  • Grünlilie (Chlorophytum comosum) - robust und katzensicher
  • Kokosnusspalme (Cocos nucifera) - kompakt und ungiftig
  • Boston-Farn (Nephrolepis exaltata) - klassische, unbedenkliche Zimmerpflanze
  • Calathea-Arten - auffällig gemustertes Laub ohne Giftrisiko für Katzen

Bei der Auswahl einer Ersatzpflanze lohnt sich neben der reinen Ungiftigkeit auch ein Blick auf die Wuchsform: Wer den buschigen, mehrstämmigen Charakter der Schefflera mag, kommt mit der Areca-Palme oder einer größeren Grünlilie optisch am nächsten heran, ohne beim nächsten Tierarztbesuch von einer erneuten Pflanzenreizung berichten zu müssen.

Die Schefflera bleibt trotz ihrer Beliebtheit als Büro- und Wohnzimmerpflanze eine Pflanze, die in Katzenhaushalten entweder konsequent unerreichbar stehen oder durch eine der genannten Alternativen ersetzt werden sollte.

Wer noch weitere Pflanzen im Haushalt hat, deren Giftigkeit unklar ist, findet auf der Silo-Übersichtsseite Giftpflanzen für Katzen eine wachsende Sammlung geprüfter Arten. Und wer nach einem Vorfall unsicher ist, ob das Verhalten der Katze noch im normalen Rahmen liegt, bekommt im Artikel Woran erkenne ich, dass meine Katze krank ist eine verlässliche Orientierung, welche Anzeichen wirklich besorgniserregend sind und welche sich meist von selbst wieder legen.

Häufige Fragen

Ist die Schefflera für Katzen giftig?
Ja. Die Schefflera, auch Strahlenaralie genannt, enthält unlösliche Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Stängeln. Sie reizen beim Anbeißen sofort Maul und Rachen. Die Vergiftung verläuft meist mild bis moderat, ist aber in jedem Fall schmerzhaft für die Katze.
Was passiert, wenn eine Katze an der Schefflera knabbert?
Die freigesetzten Kristalle verursachen einen brennenden Schmerzreiz, starkes Speicheln und oft Erbrechen. Die meisten Katzen brechen das Fressen nach dem ersten Kontakt von selbst ab.
Ist die Zwerg-Schefflera weniger giftig als die große Variante?
Nein. Sowohl die kleinblättrige Zwerg-Schefflera (Schefflera arboricola) als auch die großblättrige Strahlenaralie (Schefflera actinophylla) enthalten denselben Reizstoff in vergleichbarer Konzentration. Die Größe der Pflanze ändert daran nichts.
Welche Büropflanzen sind für Katzen ungefährlich?
Die Areca-Palme, der Bogenhanf in unbedenklichen Sorten sowie die Grünlilie gelten als robuste und für Katzen sichere Alternativen zur Schefflera.