Giftpflanzen

Glücksklee giftig für Katzen: Oxalsäure als unterschätztes Risiko

Zum Jahreswechsel steht Glücksklee in vielen Wohnungen. Für Katzen ist die kleine Pflanze aber kein harmloses Deko-Objekt.

Redaktion Katzen-Online Veröffentlicht am Wie wir arbeiten

Kleeblätter
Foto: Zachi Evenor (CC BY 2.0) · Bildnachweis

Kein Ersatz für die Tierarztpraxis. Dieser Text ist redaktionell recherchiert und ersetzt keine Untersuchung. Bei akuten Symptomen - Atemnot, wiederholtes Erbrechen, vergebliches Pressen auf der Toilette, Apathie - gehört die Katze umgehend in tierärztliche Behandlung.

Rund um den Jahreswechsel steht Glücksklee in vielen Wohnungen, meist als kleiner Topf mit den charakteristischen, oft violett gefärbten vierblättrigen Blättern. Was als niedliches Glückssymbol gilt, ist für Katzen jedoch nicht ganz unproblematisch: Glücksklee gehört zur Gattung Oxalis und enthält Oxalsäure, einen Pflanzenstoff, der bei Katzen als giftig eingestuft wird.

Wie giftig ist Glücksklee für Katzen?

Oxalsäure kommt in unterschiedlichen Konzentrationen in vielen Pflanzen vor, bei Oxalis-Arten wie dem Glücksklee ist der Gehalt aber vergleichsweise hoch. Im Körper bindet Oxalsäure Calcium und kann dadurch den Calciumspiegel im Blut senken. Beim Menschen ist das primär aus der Ernährung relevant, bei Katzen kann das Fressen größerer Mengen an Glücksklee-Blättern zu spürbaren Beschwerden führen.

Der typische Verlauf betrifft zunächst den Magen-Darm-Trakt und bleibt in den meisten Fällen mild bis mittelschwer. Werden sehr große Mengen gefressen, was bei der kleinen Wuchsform der Pflanze eher selten vorkommt, sind in Ausnahmefällen auch Zittern, Schwäche oder eine Belastung der Nieren durch die Calciumbindung möglich. Eine akute Lebensgefahr wie bei Lilien besteht bei üblichen Mengen normalerweise nicht, ernst nehmen sollte man den Kontakt trotzdem, insbesondere bei Katzen, die wiederholt an der Pflanze knabbern.

Warum wird Glücksklee als Risiko oft unterschätzt?

Die kleine Wuchsform und der niedliche Ruf als Glückssymbol führen dazu, dass Glücksklee selten in einem Atemzug mit klassischen Giftpflanzen wie Lilien oder Oleander genannt wird. Gerade zum Jahreswechsel wird die Pflanze oft spontan verschenkt oder gekauft, ohne dass sich Käuferinnen und Käufer vorher über ihre Verträglichkeit für Haustiere informieren. Wer selbst keine Katze im Blick hat, denkt beim Kauf eines Glücksklee-Töpfchens als Geschenk meist nicht daran, dass die Empfängerin oder der Empfänger möglicherweise eine Katze im Haushalt hat. Ein kurzer Hinweis beim Verschenken kann hier schon viel bewirken.

Auch die Tatsache, dass Oxalsäure in geringen Mengen in vielen alltäglichen Lebensmitteln wie Spinat oder Rhabarber vorkommt, verleitet manche dazu, das Risiko bei Glücksklee als vernachlässigbar einzustufen. Der entscheidende Unterschied liegt aber in der Konzentration: Oxalis-Arten weisen einen deutlich höheren Gehalt auf als die meisten Gemüsesorten, weshalb die Einstufung als giftige Pflanze für Katzen gerechtfertigt bleibt.

Welche Symptome zeigt eine Katze nach dem Fressen von Glücksklee?

Nach dem Verzehr von Blättern oder Blüten können folgende Anzeichen auftreten:

  • Vermehrtes Speicheln
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Mattigkeit
  • Bei größeren Mengen: Zittern oder eine auffällig unsichere Bewegung

Die Beschwerden zeigen sich meist innerhalb weniger Stunden nach der Aufnahme. Eine einmalige, kleine Menge führt in der Regel nur zu vorübergehenden Symptomen, wiederholtes oder ausgiebiges Fressen sollte aber tierärztlich abgeklärt werden. Auffällig ist, dass manche Katzen den säuerlichen Geschmack der Oxalis-Blätter meiden, während andere ihn offenbar durchaus mögen und deshalb wiederholt zur Pflanze zurückkehren, was das Risiko einer größeren aufgenommenen Menge zusätzlich erhöht.

Katzen mit bereits bestehenden Nierenproblemen verdienen besondere Aufmerksamkeit, da die calciumbindende Wirkung der Oxalsäure eine ohnehin eingeschränkte Nierenfunktion zusätzlich belasten kann. In solchen Fällen sollte selbst bei kleineren Mengen frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden, statt abzuwarten, ob sich die Symptome von selbst bessern.

Was tun im Verdachtsfall?

  1. Pflanze außer Reichweite bringen und die gefressene Menge, soweit erkennbar, einschätzen. Auch angebissene oder zerpflückte Blätter am Boden sollten eingesammelt werden, damit sie nicht später noch aufgenommen werden.
  2. Katze beobachten, besonders auf Erbrechen, Durchfall und das allgemeine Verhalten in den folgenden Stunden.
  3. Bei deutlichen oder anhaltenden Symptomen eine Tierarztpraxis kontaktieren, insbesondere wenn Zittern oder ausgeprägte Mattigkeit auftreten.
  4. Kein Erbrechen selbst herbeiführen, ohne dass dies tierärztlich angeraten wurde.

Wie sich die erste Zeit nach einem Verdachtsfall sinnvoll überbrücken lässt, steht unter Erste Hilfe bei Katzen-Notfall. Bei Unsicherheit gilt: ein Anruf beim Tierarzt ist immer die sicherere Option, auch wenn sich die Symptome im Nachhinein als harmlos herausstellen sollten.

Wie halte ich die Katze vom Glücksklee fern?

Da Glücksklee meist als kleiner Topf auf Fensterbänken, Tischen oder Regalen steht, ist er für kletterfreudige Katzen leicht erreichbar.

  • Erhöhte, für die Katze unzugängliche Standorte wählen, etwa ein hohes Regal ohne direkten Sprungzugang.
  • Zeitlich begrenzte Aufstellung bedenken: Glücksklee wird meist nur für wenige Wochen um den Jahreswechsel gekauft, in dieser Zeit lohnt sich besondere Aufmerksamkeit.
  • Katzengras als Alternative in der Nähe platzieren, um den Knabberreiz umzuleiten.
  • Bei mehreren Katzen im Haushalt besonders auf junge oder sehr verspielte Tiere achten, die Zimmerpflanzen häufiger erkunden als ruhigere, ältere Katzen.
  • Geschenke prüfen. Wird ein Glücksklee-Topf zum Jahreswechsel von Freunden oder Familie mitgebracht, lohnt es sich, direkt auf die Katze im Haushalt hinzuweisen, damit die Pflanze von vornherein an einem sicheren Ort landet.
  • Wasser im Untersetzer kontrollieren. Wie viele Topfpflanzen wird auch Glücksklee regelmäßig gegossen, und stehendes Wasser im Untersetzer kann für manche Katzen zusätzlich attraktiv sein, obwohl es keinen eigenständigen Nutzen bietet.

Ungiftige Alternativen für die Winterdeko

Wer auf dekorative Topfpflanzen zum Jahreswechsel nicht verzichten möchte, kann auf unbedenkliche Arten ausweichen:

  • Katzengras, passend in kleinen dekorativen Töpfen erhältlich
  • Chlorophytum (Grünlilie), gilt als ungiftig für Katzen
  • Boston-Farn, unproblematisch und dekorativ
  • Areca-Palme, eine der wenigen katzensicheren Palmenarten, mehr dazu unter Palmen giftig für Katzen
  • Calathea-Arten, mit dekorativer Blattzeichnung und für Katzen unbedenklich

Diese Alternativen lassen sich ebenso einfach pflegen wie Glücksklee und passen genauso gut in eine winterliche Fensterbank-Deko. Wer trotzdem nicht auf die Symbolik des Vierblatt-Klees verzichten möchte, kann auf künstliche Varianten ausweichen, die optisch kaum vom echten Glücksklee zu unterscheiden sind, aber keinerlei Risiko für die Katze darstellen.

Weitere Pflanzen mit ähnlichem Risiko, etwa Tomatengrün mit seinem Solaningehalt, sind unter Tomatenpflanze giftig für Katzen beschrieben, eine vollständige Übersicht bietet der Giftpflanzen-Hub.

Häufige Fragen

Ist Glücksklee giftig für Katzen?
Ja. Glücksklee (Oxalis) enthält Oxalsäure, die bei Katzen als giftig gilt. Nach dem Fressen größerer Mengen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, in selteneren Fällen bindet die Oxalsäure Calcium und kann die Nieren belasten.
Welche Symptome zeigt eine Katze nach dem Fressen von Glücksklee?
Typisch sind Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Bei größeren gefressenen Mengen sind auch Zittern und Mattigkeit möglich. Deutliche oder anhaltende Symptome sollten immer tierärztlich abgeklärt werden.
Ist Glücksklee dasselbe wie Sauerklee?
Botanisch gehören beide zur Gattung Oxalis und enthalten denselben Wirkstoff Oxalsäure. Der als Glücksklee verkaufte Zierklee ist meist eine gezüchtete Oxalis-Art, wird aber genauso eingestuft wie der wild wachsende Sauerklee.