Katze chippen und registrieren: was zu tun ist
Eine entlaufene Katze ohne Kennzeichnung ist praktisch nicht zuzuordnen. Mit Kennzeichnung und Registrierung steigt die Chance auf ein Wiedersehen erheblich - der Aufwand ist gering und die Registrierung selbst kostenlos.
Der Transponder
Ein Mikrochip von etwa Reiskorngröße wird mit einer Kanüle unter die Haut gesetzt, üblicherweise auf der linken Halsseite. Der Eingriff dauert Sekunden und ist etwa mit einer Impfung vergleichbar. Eine Narkose ist nicht erforderlich, viele Praxen kombinieren das Chippen aber mit einem ohnehin anstehenden Eingriff wie der Kastration.
Der Chip ist passiv - er hat keine Batterie und sendet nicht von selbst. Erst ein Lesegerät aktiviert ihn per Funk, dann gibt er eine fünfzehnstellige Nummer aus. Eine Ortung ist damit nicht möglich; wer die Katze orten will, braucht einen GPS-Tracker am Halsband.
Die Nummer ist weltweit eindeutig und nach ISO-Norm aufgebaut. Die ersten drei Ziffern stehen für das Land, danach folgen Hersteller- und Einzelkennung.
Der entscheidende zweite Schritt
Hier scheitert es in der Praxis am häufigsten: Der Chip allein nützt nichts. Er enthält nur eine Nummer. Ohne Eintrag in einem Register lässt sich diese Nummer niemandem zuordnen - ein Tierheim liest sie aus und kommt nicht weiter.
Die beiden großen Register in Deutschland:
- Tasso - der größte Anbieter, Registrierung kostenlos
- Findefix - Register des Deutschen Tierschutzbundes, ebenfalls kostenlos
Beide sind untereinander und international vernetzt. Eine Doppelregistrierung bei beiden ist möglich und schadet nicht.
Registriert werden Chipnummer, Tierdaten und die eigenen Kontaktdaten. Der Vorgang dauert wenige Minuten online.
Wichtig - und ebenfalls oft vergessen: Die Daten müssen aktuell gehalten werden. Ein Umzug, eine neue Telefonnummer oder eine geänderte E-Mail-Adresse machen den Eintrag wertlos. Es lohnt, das einmal jährlich zu prüfen, etwa zum Vorsorgetermin.
Tätowierung
Früher üblich, heute nur noch selten. Die Tätowierung ins Ohr erfordert eine Sedierung, verblasst mit den Jahren und wird zunehmend unleserlich. Sie hat einen Vorteil: Sie ist sofort sichtbar, ohne Lesegerät. Für neu gekennzeichnete Tiere ist der Chip aber der Standard.
Halsband mit Adressanhänger
Als Ergänzung sinnvoll, weil Finderinnen und Finder ohne Lesegerät sofort Kontakt aufnehmen können.
Zwingend ist dabei ein Sicherheitsverschluss, der sich unter Zug öffnet. Katzen bleiben mit Halsbändern an Ästen, Zäunen und Möbeln hängen; ein festes Halsband wird dann zur Strangulationsgefahr. Ebenfalls riskant: zu locker sitzende Halsbänder, in die die Katze mit dem Unterkiefer oder einem Vorderbein gerät.
Ein Halsband ersetzt die Kennzeichnung nicht - es geht verloren, der Chip nicht.
Wann Kennzeichnung Pflicht ist
Bundesweit besteht keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für Katzen.
Kommunal sieht es anders aus: Zahlreiche Städte und Gemeinden haben Katzenschutzverordnungen auf Grundlage des Tierschutzgesetzes erlassen. Sie schreiben für frei laufende Katzen typischerweise Kastration, Kennzeichnung und Registrierung vor. Ziel ist die Eindämmung unkontrollierter Vermehrung und des Straßenkatzenelends. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Ob am eigenen Wohnort eine solche Verordnung gilt, erfährt man bei der Gemeinde oder dem zuständigen Veterinäramt.
Bei Auslandsreisen ist der Chip verpflichtend. Für Reisen innerhalb der EU braucht die Katze einen EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und eben den Transponder - wobei die Kennzeichnung vor der Tollwutimpfung erfolgt sein muss, sonst gilt die Impfung als nicht zuordenbar.
Wenn die Katze weg ist
- Register informieren. Tasso und Findefix haben eine Vermisstmeldung, die Suchmeldungen in der Region auslöst.
- Tierheime und Praxen im Umkreis anrufen, nicht nur mailen.
- Nachbarschaft einbeziehen, Keller, Garagen und Schuppen öffnen lassen. Verschreckte Katzen verstecken sich oft in unmittelbarer Nähe.
- Aushänge mit Foto und Chipnummer.
- Nachts suchen, wenn es ruhig ist, mit vertrauter Stimme und dem Geräusch der Futterdose.
- Fundtierportale und lokale Gruppen nutzen.
Entlaufene Wohnungskatzen bewegen sich meist nur wenige hundert Meter und verstecken sich, statt zu wandern. Die Suche im direkten Umfeld ist deshalb erfolgversprechender als eine großräumige.
Häufige Fragen
- Reicht der Chip allein, damit meine Katze zurückgefunden wird?
- Nein. Der Transponder enthält nur eine Nummer. Ohne Eintrag in einem Haustierregister lässt sich diese Nummer keiner Halterin und keinem Halter zuordnen. Die Registrierung bei Tasso oder Findefix ist kostenlos und der eigentlich entscheidende Schritt.
- Tut das Chippen der Katze weh?
- Es entspricht in etwa einer Impfung. Der reiskorngroße Transponder wird mit einer etwas dickeren Kanüle unter die Haut auf der linken Halsseite gesetzt. Eine Narkose ist nicht nötig, wird aber oft mit einem ohnehin anstehenden Eingriff wie der Kastration kombiniert.
- Ist die Kennzeichnung von Katzen Pflicht?
- Bundesweit nicht. Viele Kommunen haben jedoch Katzenschutzverordnungen erlassen, die für Freigänger Kastration, Kennzeichnung und Registrierung vorschreiben. Für Reisen ins EU-Ausland ist der Chip zusammen mit dem Heimtierausweis verpflichtend.