Die Perserkatze kam im 17. Jahrhundert aus Persien und Kleinasien nach Europa und wurde ab dem 19. Jahrhundert in England gezielt weitergezüchtet. Sie ist die klassische Langhaarkatze und war über Jahrzehnte die beliebteste Rassekatze weltweit.
Charakter
Perser sind ruhig, anspruchslos in der Beschäftigung und sehr häuslich. Sie klettern wenig, springen wenig und liegen viel. Ihre Stimme ist leise, ihr Wesen zurückhaltend. Wer eine Katze sucht, die Nähe schätzt, ohne zu fordern, ist hier richtig.
Diese Gelassenheit hat eine Kehrseite: Perser bewegen sich von selbst kaum und neigen deutlich zu Übergewicht. Aktives Beschäftigen und portionierte Fütterung sind bei dieser Rasse keine Option, sondern Pflicht - siehe Katze ist zu dick.
Der entscheidende Punkt: der Zuchttyp
Bei keiner anderen Katzenrasse hängt so viel vom Typ ab.
Peke-Face oder Extremtyp. Extrem verkürzte Nase, das Nasenleder liegt auf Höhe der Augeninnenwinkel oder darüber. Diese Zuchtform bringt regelmäßig mit sich:
- Brachyzephales Syndrom: verengte Nasenwege, erschwerte Atmung, Schnarchen, verminderte Belastbarkeit, Hitzeempfindlichkeit
- Verlegte Tränenkanäle: ständig tränende Augen, verklebtes Fell, Entzündungen
- Zahnfehlstellungen durch den verkürzten Kiefer, mit Folgeproblemen beim Fressen
- Geburtsschwierigkeiten durch den großen, runden Kopf
Diese Merkmale sind aus tierschutzrechtlicher Sicht als Qualzuchtmerkmale einzuordnen. Eine Katze, die nicht frei atmen kann, ist kein Zuchtziel.
Traditioneller Typ oder Doll Face. Deutlich erkennbare Nase, normale Gesichtsproportionen, freie Atmung. Gesundheitlich unproblematisch und in Bezug auf Charakter und Fell identisch.
Beim Kauf gilt deshalb: auf eine klar sichtbare Nase achten, den Atem beobachten - hörbares Atmen in Ruhe ist ein Ausschlusskriterium -, die Augen prüfen und sich die Elterntiere zeigen lassen.
Pflege
Das lange Fell mit dichter Unterwolle verfilzt schnell und muss täglich durchgekämmt werden, nicht gebürstet. Ein Metallkamm ist das eigentliche Werkzeug; eine Bürste gleitet über Knoten hinweg, statt sie zu finden.
Kritische Stellen: hinter den Ohren, Achseln, Innenschenkel, Halskrause, Bereich um die Rute. Entstandene Filzplatten dürfen nicht mit der Schere entfernt werden - Katzenhaut ist sehr dünn. Details unter Fellpflege.
Dazu kommt bei Kurznasen die tägliche Augenpflege: Tränenrinnen mit lauwarmem Wasser und weichem Tuch reinigen, sonst entzündet sich die Haut.
Perser mit Verdauungsproblemen durch Haarballen profitieren besonders von konsequentem Kämmen.
Gesundheit
- PKD (polyzystische Nierenerkrankung). Die wichtigste Erbkrankheit der Rasse. Zysten in den Nieren führen langfristig zu Niereninsuffizienz. Ein Gentest ist verfügbar und in seriösen Zuchten Standard - der Anteil betroffener Tiere war früher sehr hoch und ist durch konsequentes Testen deutlich gesunken.
- PRA (progressive Retinaatrophie). Netzhautabbau, Gentest verfügbar.
- HCM. Wie bei vielen Rassen, Herzultraschall der Zuchttiere ist der Nachweisweg.
- Atem- und Augenprobleme je nach Typ, siehe oben.
Für wen die Rasse passt
Für ruhige Haushalte mit Zeit für tägliche Fellpflege. Nicht geeignet für Menschen, die wenig Zeit haben oder Fellpflege als gelegentliche Aufgabe einplanen - eine verfilzte Perserkatze ist ein tierschutzrelevantes Problem, kein kosmetisches.