Die Heilige Birma trägt eine Legende im Namen: Sie soll aus einem birmanischen Tempel stammen, in dem eine Tempelkatze bei der Verteidigung des Priesters ihre Farbe wechselte - Körper golden, Pfoten weiß dort, wo sie den Priester berührten. Belegt ist davon nichts. Nachweisbar beginnt die Rasse in Frankreich in den 1920er Jahren.
Ihr Erkennungsmerkmal ist eindeutig: die Point-Zeichnung wie bei der Siam, kombiniert mit reinweißen “Handschuhen” an allen vier Pfoten. An den Hinterbeinen ziehen sich diese als sogenannte Sporen keilförmig nach oben.
Nicht zu verwechseln mit der Burma - trotz des ähnlich klingenden Namens eine völlig andere Rasse.
Charakter
Die Heilige Birma ist eine der ausgeglichensten Rassen. Sie ist sanft, gesellig und menschenbezogen, ohne die Lautstärke und Intensität orientalischer Rassen. Ihre Stimme ist leise und wird sparsam eingesetzt.
Sie sucht Gesellschaft und verträgt Alleinsein schlecht. Für Berufstätige ist die Haltung zu zweit die bessere Wahl. Mit Kindern, Hunden und anderen Katzen kommt sie in der Regel gut zurecht.
Im Aktivitätsniveau liegt sie im Mittelfeld: verspielt, aber nicht rastlos.
Pflege
Deutlich einfacher als bei der Perserkatze, obwohl das Fell ebenfalls halblang ist. Der Grund ist die geringe Unterwolle - das Fell verfilzt kaum.
Zwei- bis dreimal wöchentliches Kämmen genügt, im Fellwechsel öfter. Kritische Stellen sind die Halskrause und die Hosen. Details unter Fellpflege.
Gesundheit
- HCM (hypertrophe Kardiomyopathie). Kommt vor, Herzultraschall der Zuchttiere ist der Nachweisweg.
- Feline Hypertrophe Nephropathie und Nierenerkrankungen werden in einigen Linien berichtet.
- Hypotrichose und Thymusaplasie. Eine seltene, tödlich verlaufende Erbkrankheit, bei der Kitten haarlos geboren werden und ein defektes Immunsystem haben. Gentest verfügbar.
- SMA und PK-Defizienz wurden vereinzelt beschrieben; Gentests sind verfügbar.
Da die Rasse aus einer sehr kleinen Gründerpopulation aufgebaut wurde, ist der Inzuchtgrad historisch hoch. Ein Blick auf die Zuchtplanung und den Inzuchtkoeffizienten der geplanten Verpaarung ist bei dieser Rasse besonders sinnvoll.
Farbentwicklung
Wie alle Point-Katzen kommen Birma-Kitten fast weiß zur Welt. Die Abzeichen entwickeln sich über die ersten Wochen und Monate; die endgültige Farbe steht oft erst nach ein bis zwei Jahren fest. Die weißen Handschuhe sind dagegen von Anfang an sichtbar.