Katzenrassen

Norwegische Waldkatze

Kletterfreudig, wetterfest und eigenständiger als die Maine Coon - bei ähnlicher Größe und ähnlichem Fell.

  • eigenständig
  • kletterfreudig
  • ausgeglichen
  • wenig fordernd

Die Norwegische Waldkatze, auf Norwegisch Norsk Skogkatt, ist eine natürlich entstandene Rasse aus Skandinavien. Sie lebte über Jahrhunderte auf Bauernhöfen und in Wäldern; die systematische Zucht begann erst in den 1930er Jahren, die internationale Anerkennung folgte 1977.

Das Fell ist die deutlichste Anpassung an das Klima: eine wollige, wärmende Unterwolle und darüber ein grobes, fettiges Deckhaar, das Wasser ablaufen lässt. Dazu eine ausgeprägte Halskrause und dicht behaarte Pfoten.

Charakter

Im Vergleich zur ähnlich großen Maine Coon ist die Norwegerin eigenständiger. Sie ist ihren Menschen zugewandt, aber weniger anhänglich - sie sucht Kontakt zu eigenen Bedingungen und nicht permanent.

Sie ist ausgeglichen, selten nervös und lässt sich durch Trubel wenig aus der Ruhe bringen. Mit Kindern, Hunden und anderen Katzen kommt sie in der Regel unkompliziert zurecht.

Auffällig ist ihr Kletterdrang. Norwegische Waldkatzen klettern ausgesprochen gut, auch kopfüber abwärts - eine Fähigkeit, die unter Katzen nicht selbstverständlich ist. In der Wohnung heißt das: Höhe ist wichtiger als Fläche.

Haltung

Ein stabiler, deckenhoher Kratzbaum, Wandbretter, erhöhte Liegeplätze. Wer den vertikalen Raum nicht erschließt, wird feststellen, dass die Katze sich ihre eigenen Wege sucht - über Schränke, Regale und Vorhänge. Ideen unter Wohnungskatze beschäftigen.

Gesicherter Freigang oder ein gesicherter Balkon passt zu dieser Rasse besonders gut, siehe Balkon sichern.

Pflege

Weniger aufwendig als das Aussehen vermuten lässt. Die fettige Deckhaarschicht verhindert starkes Verfilzen; zweimal wöchentliches Kämmen genügt normalerweise.

Die Ausnahme ist der Fellwechsel im Frühjahr. Dann verliert die Norwegerin ihre gesamte Winterunterwolle in kurzer Zeit und braucht tägliche Unterstützung, sonst entstehen Filzplatten und die Katze verschluckt große Haarmengen. Details unter Fellpflege.

Gesundheit

  • GSD IV (Glykogenspeicherkrankheit Typ IV). Eine rassespezifische, schwer verlaufende Erbkrankheit. Betroffene Kitten sterben meist kurz nach der Geburt oder entwickeln im Alter von wenigen Monaten fortschreitende Muskelschwäche. Ein Gentest ist verfügbar; in seriösen Zuchten wird konsequent getestet, weshalb die Krankheit heute selten geworden ist.
  • HCM (hypertrophe Kardiomyopathie). Kommt vor, Herzultraschall der Zuchttiere ist der Nachweisweg.
  • PK-Defizienz. Erblicher Enzymmangel, der zu Blutarmut führen kann. Gentest verfügbar.
  • Hüftgelenksdysplasie wie bei allen großen Rassen möglich.

Beim Kauf nach GSD-IV-Test, PK-Test und HCM-Ultraschall der Elterntiere fragen.

Wie bei der Maine Coon dauert das Wachstum lange - drei bis vier Jahre bis zur vollen Größe. Kittenfutter wird entsprechend länger gefüttert, siehe Kitten richtig füttern.