Haltung

Katze zieht ein: Erstausstattung und die ersten Tage

Wer die ersten Tage richtig gestaltet, spart sich Monate an Problemen. Die wichtigste Anschaffung ist dabei nicht das teuerste Möbelstück.

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Der Einzug einer Katze ist der Moment, an dem sich entscheidet, wie entspannt das Zusammenleben startet. Vieles davon lässt sich vorbereiten.

Die Checkliste

Muss vor dem Einzug da sein:

GegenstandDetails
2 KatzentoilettenGroß genug, an verschiedenen Orten - siehe Wie viele Katzenklos
KatzenstreuAm besten dieselbe wie bisher, feinkörnig und unparfümiert
Futternapf und WassernapfFlach und breit, getrennt aufgestellt, Keramik oder Edelstahl
Gewohntes FutterVom Vorbesitzer oder Tierheim erfragen, Umstellung erst später
TransportboxStabil, oben zu öffnen
Kratzbaum oder KratzbretterHoch genug zum vollständigen Strecken, stabil
SchlafplätzeMehrere, davon einer erhöht und einer geschützt
SpielzeugReizangel, Bällchen, Papierkugeln
Fenster- und BalkonsicherungVor dem Einzug montiert, siehe Balkon sichern

Kann später kommen: Bürste, Krallenschere, Futterautomat, Trinkbrunnen, Katzentunnel, Fensterliegeplatz.

Braucht man nicht: Halsband mit Glöckchen (Verletzungsrisiko, wenn kein Sicherheitsverschluss), Leine für die Wohnungskatze, große Mengen an Leckerlis.

Wohnung katzensicher machen

Der Punkt, an dem die meisten Notfälle verhindert werden:

  • Kippfenster. Die häufigste vermeidbare schwere Verletzung bei Wohnungskatzen. Katzen rutschen in den Spalt und werden beim Befreiungsversuch eingeklemmt. Kippfensterschutz ist Pflicht.
  • Balkon. Ungesichert tabu. Katzen sind nicht schwindelfrei und schätzen Distanzen falsch ein.
  • Fäden, Schnüre, Nähgarn, Geschenkbänder, Haargummis. Verschluckte Fäden verankern sich am Zungengrund und ziehen den Darm auf - einer der teuersten und gefährlichsten Notfälle.
  • Giftige Pflanzen. Lilien sind hochgiftig, bereits Pollen können Nierenversagen auslösen. Auch Dieffenbachie, Efeutute, Alpenveilchen und Oleander gehören raus. Liste unter Warum fressen Katzen Gras.
  • Waschmaschine und Trockner. Vor jedem Start hineinsehen.
  • Kabel, Kerzen, Herdplatten, offene Toilettendeckel, Putzmittelschränke.

Das Schutzzimmer

Eine ganze Wohnung ist für eine neu eingezogene Katze zu viel. Bewährt hat sich ein einzelner Raum als Startpunkt: mit Toilette, Näpfen, Kratzmöglichkeit, Schlafplätzen und Versteckmöglichkeiten.

Der Raum sollte ruhig sein und mindestens ein gutes Versteck bieten - eine Kiste, eine Höhle, der Raum unter einem Bett. Wichtig ist, dass die Katze sich zurückziehen kann; wer ihr das Versteck nimmt, verlängert die Eingewöhnung.

Nach einigen Tagen, wenn die Katze entspannt frisst, die Toilette nutzt und sich zeigt, wird die Wohnung schrittweise geöffnet.

Die ersten Stunden

  1. Transportbox im Schutzzimmer abstellen, Tür öffnen, nicht herausheben.
  2. Weggehen oder sich still hinsetzen. Die Katze kommt heraus, wenn sie bereit ist - das kann Minuten oder Stunden dauern.
  3. Nicht hinterherlaufen, nicht unter dem Sofa hervorziehen, nicht hochheben.
  4. Kein Besuch in den ersten Tagen.
  5. Ruhig sprechen, normale Alltagsgeräusche zulassen.

Wenn die Katze frisst und die Toilette benutzt, läuft es gut - auch wenn sie sich noch nicht zeigt.

Die ersten Wochen

Futter zunächst nicht umstellen. Umzug ist bereits Stress genug. Die Futterumstellung folgt frühestens nach zwei bis drei Wochen und dann schrittweise.

Routinen etablieren. Feste Fütterungszeiten, feste Spielzeiten. Katzen sind Gewohnheitstiere; Vorhersehbarkeit reduziert Stress erheblich.

Kontakt anbieten, nicht erzwingen. Auf den Boden setzen, mit dem Rücken zur Katze, Hand ruhig halten. Katzen entscheiden gern selbst über Nähe.

Spielen. Reizangel statt Hand. Wer mit der Hand spielt, bringt der Katze bei, dass Hände Beute sind - das rächt sich später.

Tierarzttermin innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen: Allgemeinuntersuchung, Impfstatus prüfen, Kotprobe. Details unter Impfplan.

Kennzeichnung und Registrierung klären, siehe Chip und Haustierregister.

Eine Katze oder zwei?

Für Wohnungskatzen spricht viel für zwei Tiere. Der Ruf der Katze als Einzelgänger stammt aus Beobachtungen an Wildkatzen, nicht an Hauskatzen - verwilderte Hauskatzen bilden regelmäßig Gruppen.

Wohnungskatzen ohne Artgenossen und ohne ausreichende Beschäftigung zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten: übermäßiges Putzen, nächtliche Rufe, Aggression im Spiel. Besonders junge Katzen brauchen einen Partner für Sozialspiel.

Am einfachsten ist es, gleich zwei aneinander gewöhnte Katzen aufzunehmen - Wurfgeschwister oder ein bestehendes Paar. Kommt eine zweite Katze später dazu, ist die Zusammenführung ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.

Ausnahmen gibt es: Manche erwachsenen Katzen, besonders solche mit schlechten Erfahrungen, leben deutlich entspannter allein.

Was es kostet

Die Erstausstattung liegt je nach Anspruch im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich, wobei Kratzbaum und Transportbox die größten Posten sind. Die laufenden Kosten sind unter Was kostet eine Katze im Monat aufgeschlüsselt.

Was man von Anfang an einplanen sollte: eine Rücklage für unerwartete Tierarztkosten oder eine Versicherung. Diese Entscheidung trifft man besser vor dem ersten Notfall.

Häufige Fragen

Was braucht man mindestens, bevor eine Katze einzieht?
Zwei Katzentoiletten mit Streu, Futter- und Wassernapf getrennt voneinander, Transportbox, Kratzbaum oder Kratzbrett, Schlafplatz, Spielzeug und das gewohnte Futter aus dem bisherigen Zuhause. Dazu gesicherte Fenster und Balkone.
Wie lange braucht eine Katze, um sich einzugewöhnen?
Sehr unterschiedlich. Manche Katzen erkunden nach wenigen Stunden die Wohnung, andere bleiben eine Woche unter dem Sofa. Beides ist normal. Nach zwei bis vier Wochen sollte sich ein Alltag eingespielt haben.
Sollte man eine oder zwei Katzen aufnehmen?
Bei reiner Wohnungshaltung sprechen gute Gründe für zwei, besonders bei jungen Tieren. Katzen sind sozialer, als ihr Ruf vermuten lässt, und Wohnungskatzen ohne Artgenossen entwickeln häufiger Verhaltensauffälligkeiten. Ideal ist ein bereits aneinander gewöhntes Paar.