Gesundheit

Katze trächtig: wie lange sind Katzen schwanger und was jetzt wichtig ist

Eine Katzenschwangerschaft dauert im Schnitt 63 bis 67 Tage - deutlich kürzer als bei Hund oder Mensch. Wer die Anzeichen kennt, kann die Wochen bis zur Geburt gut begleiten.

Redaktion Katzen-Online Veröffentlicht am Wie wir arbeiten

Katze mit Kätzchen
Foto: Aiban-03 (CC0) · Bildnachweis

Kein Ersatz für die Tierarztpraxis. Dieser Text ist redaktionell recherchiert und ersetzt keine Untersuchung. Bei akuten Symptomen - Atemnot, wiederholtes Erbrechen, vergebliches Pressen auf der Toilette, Apathie - gehört die Katze umgehend in tierärztliche Behandlung.

Die Katze frisst plötzlich mehr, schläft noch ausgiebiger als sonst und der Bauch wird runder. Wer den Verdacht hat, dass die eigene Katze trächtig ist, fragt sich zuerst: Wie lange dauert das eigentlich, und worauf muss ich jetzt achten?

Wie lange sind Katzen schwanger?

Eine Katzenschwangerschaft dauert im Schnitt 63 bis 67 Tage, gerechnet ab dem erfolgreichen Deckakt - also etwas mehr als neun Wochen. Das ist deutlich kürzer als beim Menschen und auch kürzer als beim Hund. Geburten vor dem 61. Tag gelten als verfrüht, nach dem 70. Tag sollte eine Praxis abklären, ob noch alles in Ordnung ist.

Katzen sind sogenannte induzierte Ovulatoren: Der Eisprung wird erst durch den Deckakt selbst ausgelöst. Das erklärt, warum eine rollige, unkastrierte Kätzin mit Freigang oder Kontakt zu einem unkastrierten Kater sehr zuverlässig trächtig wird.

Die ersten Anzeichen

In der ersten bis zweiten Woche ist äußerlich kaum etwas zu erkennen. Erste Hinweise zeigen sich meist ab der dritten Woche:

  • Rosafärbung und Anschwellen der Zitzen (“Rosigkeit”) - oft das früheste sichtbare Zeichen.
  • Nachlassende Rolligkeit. Eine trächtige Kätzin ruft in der Regel nicht mehr.
  • Leicht erhöhter Appetit, der im weiteren Verlauf deutlich zunimmt.
  • Vermehrtes Ruhebedürfnis.
  • Gelegentlich morgendliches Erbrechen in den ersten Wochen, vergleichbar mit einer Unverträglichkeit - hält es länger an oder kommt zusätzliches Unwohlsein dazu, gehört das tierärztlich abgeklärt.

Sicherheit gibt nur der Tierarzt: Per Ultraschall lässt sich eine Trächtigkeit bereits ab der dritten Woche bestätigen, per Abtasten des Bauchs oft ab der dritten bis vierten Woche durch geübte Hände. Eigenständiges Abtasten sollte man vermeiden, da unsachgemäßer Druck die Embryonen gefährden kann.

Der Verlauf nach Wochen

Woche 1 bis 2: Befruchtung und Einnistung. Äußerlich unauffällig.

Woche 3: Zitzen werden rosa und schwellen leicht an. Erste Ultraschall-Diagnose möglich.

Woche 4 bis 5: Der Bauch rundet sich sichtbar. Der Appetit steigt spürbar.

Woche 6 bis 7: Die Welpen sind per Röntgen zählbar, das Skelett ist ausreichend verkalkt. Der Bauch ist deutlich gewölbt, Bewegungen der Ungeborenen sind manchmal von außen zu sehen oder zu fühlen.

Woche 8: Die Katze beginnt, nach einem geeigneten Nistplatz zu suchen (“Nestbauverhalten”). Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Wurfkiste an einem ruhigen, warmen, ungestörten Ort bereitzustellen - mit niedrigem Einstieg und weichen, waschbaren Unterlagen.

Woche 9 (Tag 63 bis 67): Die Geburt steht bevor. Kurz vorher sinkt die Körpertemperatur oft leicht ab, die Katze wird unruhig, sucht immer wieder die Wurfkiste auf, putzt sich intensiv im Genitalbereich.

Die Geburt

Die meisten Katzen gebären problemlos und ohne menschliches Zutun. Instinktiv ziehen sie sich an einen dunklen, ruhigen Ort zurück. Die beste Unterstützung ist, aus der Ferne zu beobachten und nicht einzugreifen, solange alles normal verläuft.

Eine Geburt läuft in Phasen ab: Wehenbeginn mit Unruhe und Hecheln, dann das Austreiben der Welpen im Abstand von meist 15 bis 60 Minuten. Die Katze durchbeißt die Fruchtblase selbst, durchtrennt die Nabelschnur und frisst die Nachgeburt - das ist normal.

Ernährung während der Trächtigkeit

Der Energiebedarf einer trächtigen Katze steigt vor allem in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit deutlich an. Viele Praxen empfehlen, ab etwa der vierten bis fünften Woche schrittweise auf ein energiereicheres Futter umzustellen, häufig auf ein hochwertiges Kittenfutter, das mehr Protein, Kalzium und Phosphor liefert. Wichtig ist, die Futtermenge nicht abrupt, sondern in kleinen Schritten zu steigern, da eine trächtige Katze gegen Ende der Trächtigkeit oft lieber mehrere kleine Portionen frisst als wenige große - der wachsende Bauch lässt schlicht weniger Platz für den Magen.

Zusatzpräparate oder Vitamine sollten nur nach Rücksprache mit der Praxis gegeben werden. Eine ausgewogene, hochwertige Ration deckt den Mehrbedarf in aller Regel bereits ab, und eine Überversorgung mit einzelnen Nährstoffen kann ebenso problematisch sein wie ein Mangel.

Nach der Geburt: die ersten Tage

In den ersten Stunden nach der Geburt sollte die Wurfkiste ruhig und ungestört bleiben. Die Mutter kümmert sich instinktiv um Säubern, Wärmen und Anlegen der Welpen. Ein kurzer, ruhiger Blick genügt, um zu prüfen, ob alle Welpen trinken und die Mutter entspannt wirkt.

Ein tierärztlicher Check innerhalb der ersten ein bis zwei Tage nach der Geburt ist sinnvoll, um Mutter und Welpen kurz durchsehen zu lassen - besonders wichtig, wenn die Katze zum ersten Mal geboren hat oder die Geburt nicht vollständig beobachtet werden konnte. So lässt sich früh ausschließen, dass noch ein Welpe oder Teile der Nachgeburt zurückgeblieben sind, was sonst zu einer Gebärmutterentzündung führen kann.

Wann während Trächtigkeit oder Geburt zum Tierarzt

Sofortiger Handlungsbedarf besteht bei:

  • Starkem, anhaltendem Pressen ohne Erfolg über mehr als 20 bis 30 Minuten
  • Mehr als zwei Stunden Pause zwischen zwei Welpen, obwohl noch weitere im Bauch sind
  • Grünlichem oder blutigem Ausfluss ohne dass ein Welpe folgt
  • Sichtbarem Fieber, Apathie oder starkem Schwächegefühl der Mutter
  • Einer Geburt weit vor dem 61. Tag oder deutlich nach dem 67. Tag ohne Wehenbeginn
  • Anzeichen, die generell auf einen Notfall hindeuten - eine Übersicht dazu steht unter Erste Hilfe bei der Katze

Auch während einer unauffälligen Trächtigkeit lohnt ein Vorsorgetermin, um Ernährung, Wurmschutz und den errechneten Geburtstermin zu besprechen. Was ein solcher Termin ungefähr kostet, lässt sich unter Tierarztkosten im Überblick einordnen, und wer sich fragt, ob sich eine Absicherung für unerwartete Komplikationen lohnt, findet Hintergrund unter Katzenkrankenversicherung.

Kastration statt ungeplanter Trächtigkeit

Kätzinnen können bereits mit vier bis fünf Monaten rollig und tragend werden - lange bevor sie selbst ausgewachsen sind. Wer keine gezielte Verpaarung plant, sollte eine Kastration vor der ersten Rolligkeit in Betracht ziehen, üblicherweise zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat. Ablauf und Kosten dazu sind ausführlich unter Katze kastrieren lassen beschrieben.

Eine ungeplante Trächtigkeit ist keine Seltenheit - schon ein einziger unbeaufsichtigter Freigang während der Rolligkeit reicht aus. Wer unsicher ist, ob die eigene Katze bereits trächtig sein könnte, sollte zeitnah einen Tierarzttermin vereinbaren, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Wie lange sind Katzen schwanger?
Im Durchschnitt 63 bis 67 Tage, gerechnet ab dem erfolgreichen Deckakt. Geburten vor dem 61. Tag gelten als Frühgeburt, nach dem 70. Tag sollte tierärztlich abgeklärt werden, ob noch alles in Ordnung ist.
Wie erkenne ich, dass meine Katze trächtig ist?
Frühe Anzeichen sind rosa und geschwollene Zitzen etwa ab der dritten Woche, ein zunehmend runder Bauch ab der vierten bis fünften Woche, mehr Appetit und mehr Schlafbedürfnis. Ein Tierarzt kann eine Trächtigkeit per Ultraschall bereits ab der dritten Woche bestätigen.
Kann eine trächtige Katze noch geimpft oder entwurmt werden?
Impfungen werden während der Trächtigkeit in der Regel vermieden. Eine Entwurmung ist teils möglich, gehört aber in tierärztliche Hand, da nicht jedes Präparat für tragende Katzen zugelassen ist. Am besten vor einer geplanten Verpaarung den Impf- und Entwurmungsstatus aktuell halten.
Muss eine Katze bei der Geburt betreut werden?
Die meisten Katzen gebären problemlos allein und ziehen sich dafür an einen ruhigen, versteckten Ort zurück. Beobachten aus der Distanz reicht in der Regel. Eingreifen ist nur nötig, wenn die Geburt Anzeichen eines Notfalls zeigt, etwa lang anhaltendes erfolgloses Pressen.
Wann sollte man eine Katze kastrieren lassen, um eine Trächtigkeit zu verhindern?
Kätzinnen können schon mit vier bis fünf Monaten rollig und tragend werden, deshalb wird eine Kastration häufig vor der ersten Rolligkeit empfohlen, meist zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat. Details zu Ablauf und Kosten stehen unter Katze kastrieren lassen.