Die Havanna Brown entstand in den 1950er Jahren in England durch die gezielte Verpaarung von Siamkatzen mit schwarzen Hauskatzen. Ziel war eine einfarbig braune Katze - eine Farbe, die es bis dahin als eigenständige Rasse nicht gab.
Der Name verweist auf die Farbe kubanischer Zigarren beziehungsweise auf das Fell des Havanna-Kaninchens, nicht auf eine kubanische Herkunft.
Aussehen
Das Fell ist gleichmäßig warm mahagonibraun, ohne Schattierung, Zeichnung oder Point-Muster. Es glänzt stark und liegt eng an.
Charakteristisch ist die Kombination mit leuchtend grünen Augen - eine Zusammenstellung, die es sonst kaum gibt. Auch die Schnurrhaare sind braun, was im Rassestandard ausdrücklich gefordert wird und bei keiner anderen Rasse vorgeschrieben ist.
Der Kopf ist im Profil deutlich länger als breit, mit einem markanten Stopp - im Rassestandard oft als maiskolbenförmige Schnauze beschrieben.
Die Havanna Brown ist im Körperbau moderater als die orientalischen Rassen: schlank, aber nicht extrem, muskulös und überraschend schwer für ihre Größe.
Charakter
Die Havanna Brown ist ausgesprochen menschenbezogen. Sie sucht aktiv Kontakt, oft mit ausgestreckter Pfote - ein rassetypisches Verhalten, mit dem sie Aufmerksamkeit einfordert und Gegenstände erkundet.
Sie ist neugierig, verspielt und intelligent, dabei aber deutlich sanfter und leiser als ihre siamesischen Vorfahren. Ihre Stimme wird sparsam eingesetzt.
Der Kontaktbedarf ist hoch. Havanna Browns vertragen langes Alleinsein schlecht und sollten nicht als Einzeltier in einem Haushalt gehalten werden, in dem tagsüber niemand ist, siehe Katze alleine lassen.
Mit Kindern, Hunden und anderen Katzen kommt sie in der Regel gut zurecht.
Verfügbarkeit
Die Havanna Brown ist eine der seltensten anerkannten Katzenrassen weltweit. Die Population liegt seit Jahrzehnten im niedrigen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich; in Europa gibt es nur sehr wenige Zuchten.
Wer sich für diese Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten und weiten Wegen rechnen.
Pflege
Minimal. Kurzes, eng anliegendes Fell mit wenig Unterwolle. Gelegentliches Überstreichen mit einem Gummistriegel oder einem Ledertuch genügt und bringt den Glanz zur Geltung.
Gesundheit
Rassespezifische Erbkrankheiten sind bei der Havanna Brown nicht in nennenswerter Häufigkeit beschrieben. Das eigentliche Thema ist ein anderes:
Der Genpool ist extrem klein. Die Rasse wurde aus einer sehr kleinen Gründerpopulation aufgebaut, und der Inzuchtgrad gehört zu den höchsten aller Katzenrassen. Um dem zu begegnen, erlauben einige Zuchtverbände die kontrollierte Einkreuzung von Orientalisch Kurzhaar und schwarzen Hauskatzen.
Beim Kauf sind deshalb der Inzuchtkoeffizient der Verpaarung und die Zuchtstrategie des Verbands die wichtigsten Fragen - wichtiger als bei Rassen mit breiter Basis.
Standarduntersuchungen wie ein HCM-Ultraschall der Elterntiere sollten trotzdem vorliegen.
Wie bei allen orientalisch beeinflussten Rassen ist die Zahngesundheit ein Punkt, den man im Blick behalten sollte.