Gesundheit

Katze wiegen: so bekommt man verlässliche Werte

200 Gramm Gewichtsverlust merkt keine Hand. Eine Waage schon - und bei einer 4-kg-Katze sind das bereits fünf Prozent.

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Von allen Frühwarnzeichen bei Katzen ist das Gewicht das einzige, das sich nicht interpretieren lässt. Verhalten kann man unterschiedlich deuten, Fellzustand auch. Eine Zahl ist eine Zahl.

Und sie bewegt sich früher als alles andere. Chronische Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Tumorerkrankungen und Zahnschmerzen zeigen sich fast alle zuerst am Gewicht - oft Monate, bevor irgendetwas auffällt.

Warum das Tasten nicht reicht

Eine 4-Kilogramm-Katze, die 200 Gramm verliert, hat fünf Prozent ihres Körpergewichts eingebüßt. Auf den Menschen übertragen wären das bei 80 Kilogramm rund vier Kilogramm. Beim Menschen fällt das auf. Bei einer Katze mit dichtem Fell, die man täglich sieht, praktisch nie.

Deshalb gilt: Wiegen schlägt Schätzen.

Die drei Methoden

Differenzmethode. Die einfachste Variante. Man stellt sich selbst auf die Personenwaage, notiert den Wert, nimmt die Katze auf den Arm, wiegt erneut und zieht ab. Nachteil: Personenwaagen arbeiten meist in 100-Gramm-Schritten, und zwei Messfehler addieren sich. Für grobe Verlaufskontrolle reicht es, für eine Reduktionsdiät nicht.

Boxenmethode. Transportbox auf eine Küchen- oder Babywaage stellen, tarieren, Katze hineinsetzen, ablesen. Genauigkeit im Zehn-Gramm-Bereich. Vorteil: Die Katze kann nicht herunterspringen. Zusätzlicher Nebeneffekt - die Box verliert ihren Schrecken, wenn sie regelmäßig für etwas Harmloses genutzt wird.

Korbmethode. Ein Weidenkorb oder eine flache Kiste mit vertrauter Decke auf die Waage, tarieren, Katze hineinlegen. Funktioniert bei entspannten Katzen sehr gut, weil viele Katzen ohnehin gern in Kisten sitzen.

Damit die Zahlen vergleichbar sind

  • Immer dieselbe Waage. Zwei Waagen weichen leicht voneinander ab, das verfälscht den Verlauf.
  • Immer zur selben Tageszeit, idealerweise morgens vor der ersten Mahlzeit. Eine volle Mahlzeit kann bei einer Katze mehrere Prozent des Gewichts ausmachen.
  • Auf hartem Untergrund wiegen, nicht auf Teppich.
  • Notieren. Ein Zettel am Kühlschrank oder eine Notiz im Handy. Werte, die man nur im Kopf behält, sind keine Verlaufskontrolle.

Wie oft

SituationIntervall
Kitten bis 6 Monatewöchentlich
Gesunde erwachsene Katzemonatlich
Nach der Kastrationdie ersten 3 Monate alle 2 Wochen
In einer Reduktionsdiätwöchentlich
Ab 10 Jahrenalle 2 bis 4 Wochen
Chronisch kranknach Absprache mit der Praxis

Wann die Zahl ein Termin ist

Gewichtsverlust ab fünf Prozent ohne gewollte Diät ist abklärungsbedürftig - auch wenn die Katze frisst, spielt und normal wirkt. Genau das ist der Punkt: Sie wirkt normal, weil Katzen Krankheit verbergen.

Gewichtszunahme ist seltener akut, aber ebenso relevant. Sie ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Diabetes und Gelenkprobleme. Was dann zu tun ist, steht unter Katze ist zu dick.

Gewichtsverlust bei gutem oder gesteigertem Appetit ist besonders auffällig. Diese Kombination spricht für Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Malabsorption und gehört zeitnah untersucht.

Stabiles Gewicht bei sichtbarem Muskelabbau - vorstehende Schulterblätter und Wirbel - deutet darauf hin, dass Muskelmasse durch Fett ersetzt wird. Typisch bei älteren Katzen und ein Grund, die Proteinversorgung zu prüfen, siehe Ernährung von Senior-Katzen.

Das Gewicht ist nur die halbe Information

Ergänzend gehört der Body Condition Score dazu: Rippen tasten, Taille von oben prüfen, Bauchlinie von der Seite beurteilen. Eine muskulöse 5-Kilogramm-Katze und eine verfettete 5-Kilogramm-Katze zeigen dieselbe Zahl. Wie der Score funktioniert, steht ausführlich unter Futtermenge berechnen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Katze wiegen?
Bei gesunden erwachsenen Katzen einmal im Monat. Bei Kitten wöchentlich, bei Katzen in einer Reduktionsdiät ebenfalls wöchentlich, bei chronisch kranken oder alten Tieren alle zwei Wochen.
Ab welchem Gewichtsverlust muss ich zum Tierarzt?
Ab etwa fünf Prozent des Körpergewichts ohne beabsichtigte Diät. Bei einer 4-kg-Katze sind das 200 Gramm, bei einer 6-kg-Katze 300 Gramm. Auch bei sonst unauffälligem Verhalten gehört das abgeklärt.
Welche Waage eignet sich für Katzen?
Eine digitale Personenwaage mit 100-Gramm-Schritten reicht für die Differenzmethode. Genauer ist eine Baby- oder Küchenwaage mit Zehn-Gramm-Auflösung, auf der die Transportbox oder ein Korb Platz findet.